Was haben John Dowland, Antonio Vivaldi und Henry Mancini gemeinsam? Es sind drei moderne Komponisten. Die ersten beiden (Dowland: 15/16. Jahrhundert und Vivaldi: 18. Jahrhundert) waren zu ihrer Zeit modern, der dritte gehört in unsere Zeit und hat Musik für Filme, die inzwischen "Klassiker" geworden sind, komponiert (z.B. "Moon River" aus. Frühstück bei Tiffany).
Musik von Komponisten des 16., 17. und 18. Jahrhunderts sowie von zeitgenössischen Komponisten stellten die Dozentinnen und Dozenten der Ev. Singschule Köln-West e.V. in ihrem Konzert am 17.01.2010 einem zunehmend begeisterten Publikum vor.
Sicher, man weiß, dass die Kinder in der Singschule Blockflöte, Gitarre, Klavier, Posaune und Violine spielen und auch singen lernen können. Und mancher hat, an sich selbst oder bei den Kindern, die Erfahrung gemacht, wie sehr die ersten Übungsversuche z.B. auf der Sopranblockflöte geeignet sein können, die Nerven des Übenden und der in unmittelbarer Nähe Befindlichen zu strapazieren.
Umso schöner war es, dass die zehn Dozenten mit ihren Darbietungen solistisch oder in kleinen Ensembles zeigten, dass es Freude machen kann, ein Instrument wirklich zu "spielen". Die Art und Weise, wie die Interpreten ernste und heitere Musik mit ihren Instrumenten - und auch die menschliche Stimme wurde als ein musikalisches Instrument eingesetzt - den Zuhörern vermittelten, ließ den Funken der Freude und des Spaßes am Musizieren und Zuhören auf alle überspringen. Auch die Kommentare zu den einzelnen Stücken trugen dazu bei. Der beste Beweis dafür sind wohl die zahlreichen Kinder, die sehr aufmerksam dem Konzert folgten. Jetzt waren einmal die Lehrenden dran, "vorzuspielen", und durch diese Situation entstand eine neue Qualität des Verhältnisses zwischen Schülern und Lehrern - eine wichtige Erfahrung.
Was vor Jahrhunderten modern war, nennen wir heute "Klassik". Wir haben gehört, wie modern Klassisches auch heute noch ist - und wie Modernes schnell zum Klassiker werden kann. Wohl jeder der Zuhörenden hatte auf dem Heimweg seinen "persönlichen Ohrwurm", der ihn noch eine Weile in den Abend begleitete.
Das in dieser Form wohl erste Konzert der Dozentinnen und Dozenten der Singschule sollte nicht das einzige bleiben - es könnte den Beginn einer guten Tradition markieren.
Der Applaus galt jedem Einzelnen und am Ende des Konzerts allen Künstlern:
Ulrike Berner-Heimbach - Blockflöten
Claudia Böttcher - Sopran
Sabine Brüggemann - Gitarre
Christine von Foerster b- Violine & Blockflöten
Barbara Gepp - Blockflöten, Basso continuo und Organisation des Konzerts
Christoph Hamborg - Posaune
Monika Houf - Blockflöten
Annika Manheller - Gesang und Gitarre
Felix Stevens - Klavier und Gesang
Jovita Zähl - Klavier
und Vanessa Schmitz, die ihre Flöten zuhause gelassen hatte und die Dozenten den Zuhörern vorstellte.